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Die nächste Generation steigt ein: Futuromundo baut auch 2026 Brücken in die Zukunft

  • 16. Dez. 2025
  • 5 Min. Lesezeit

Stuttgart, 8. Dezember 2026 – Wer an diesem Vormittag durch das Schaufenster eines Stuttgarter Schneiderateliers blickt, sieht eine unspektakuläre, aber farblich ungewöhnliche Szene: Moritz Zimmer steht auf dem Podest und lässt sich vermessen, während hinter ihm – in ihren markanten gelben Anzügen – die Futuromundo-Mitgründer Leonard und Gordon Sommer ruhig zusehen. Der vierte im Bunde – Kai-Erik Ströbel – der Initiator des Futuromundo Festivals nimmt Maß. Ein Bild zwischen Handwerk und Aufbruch, das fast beiläufig erzählt, was gerade passiert: Futuromundo verstärkt sich für die nächste Ausgabe im Sommer 2026 – und das Kernteam um die drei engagierten Unternehmen ist gewachsen und zugleich jünger geworden.


Zukunft muss nicht perfekt sitzen. Aber man muss bereit sein, sie anzuprobieren. In einem Stuttgarter Schneideratelier packen die Futuromundo-Gründer Gordon und Leonard Sommer (in Gelb, von links) sowie Kai-Erik Ströbel (rechts) ihren neuen Partner Moritz Zimmer in ein neues Gewand. Foto: Lichtgut


Der 27-jährige Zimmer, bekannt als Leiter des Clubkollektiv Stuttgart e.V. und seit fast zehn Jahren als Unternehmer aktiv, verstärkt künftig als vierter Mitstreiter das Kernteam des Zukunftsfestivals. Er bringt eine Perspektive ein, die bislang fehlte: ein Gespür für Stadtraum, urbane Szenen, Kultur und junge Milieus. Bereits im letzten Jahr war Zimmer eng in das Event-Organisiationsteam eingebunden – jetzt wird er zum Partner und als Mitgründer aufgenommen.„Ich glaube, dass es mehr dynamische Räume braucht, in denen Menschen unabhängig von Herkunft, Branche oder Themenfeld sich von Zukunftsgeist inspirieren lassen können – und ihn auch feiern dürfen: mit Mut, Offenheit und Vorfreude auf Neues und Innovation“, sagt er. „Futuromundo ist für mich deshalb kein klassisches Veranstaltungsformat. Es ist eine Haltung – vielleicht sogar eine kleine Bewegung, die nach Gleichgesinnten und Mutmachern sucht, die gemeinsam voranschreiten und sich mitreißen lassen wollen. Mit relevanten Inhalten und guter Unterhaltung, aber auch mit dem Bewusstsein, dass wir als Unternehmer eine Verantwortung tragen: für die Region, für ein offenes Miteinander und für die Frage, wie wir Zukunft aktiv gestalten.“


Dass dieser Blick von außen das Projekt bereichert, überrascht kaum, wenn man auf den Ursprung zurückblickt. Das Futuromundo Multi-Conference + Festival wurde 2025 erstmals von drei sehr unterschiedlichen Köpfen veranstaltet. Über 200 internationale Rednerinnen und Redner aus 15 Ländern kamen an mehr als zehn Orten in Stuttgart zusammen – von der Liederhalle über zahlreiche Clubhouses bis hin zur Kooperation mit dem Kessel Musikfestival. Inhaltlich verband die Premiere Themen aus Bildung, Unternehmensinnovation, Jungunternehmertum und Zukunftsforschung. Getragen wurde das Festival von zahlreichen Institutionen und Unternehmen – weniger durch große Sponsorings, sondern durch viele kleinere Unterstützungen und eine bemerkenswerte Zahl freiwilliger Helferinnen und Helfer.

Zu den Initiatoren gehören drei Gründer mit sehr unterschiedlichen Hintergründen.Kai Erik Ströbel, Serienunternehmer, war derjenige, der die Idee ursprünglich formulierte: den Wunsch, einen Ort zu schaffen, an dem Zukunftsthemen nicht isoliert, sondern interdisziplinär gedacht werden – ein wenig wie beim großen Vorbild South by Southwest in Austin, aber als Motor für Zukunftsmut am Neckar. Leonard Sommer, Buchautor und engagierter Fürsprecher für mehr Kreativität im Lernen, betrachtet Zukunft als durchgehende Lernbiografie – von frühkindlicher Bildung über Schulen und Hochschulen bis zu Future Skills in der Arbeitswelt. Sein Bruder Gordon Sommer bringt die Sicht eines Unternehmers ein, der wirtschaftliche Abläufe und kreative Prozesse seit Jahren verbindet.


Gemeinsam haben die drei das Festival 2025 in wenigen Monaten aufgebaut – ohne Grundfinanzierung, ohne institutionelle Rückendeckung – aber mit maximaler persönlicher Energie, Leidenschaft und Begeisterung. Auch 2026 gehen sie wieder ein Jahr in Vorleistung. „Futuromundo ist für uns nie ein Geschäftsmodell gewesen“, sagt Leonard Sommer. „Es ist ein Beitrag zur Region – und ein Versuch, Zukunftsmut zu stärken: in der Wirtschaft, in den Institutionen und in der Politik. Wir wollen Brücken bauen zwischen den Machern und Mut versprühen, ins Machen zu kommen – ohne zu debattieren, wie Zukunft einmal werden könnte.“


Foto: Max Kullmann (Futuromundo 2025)


Mit dem Neuzugang Moritz Zimmer öffnet sich das Projekt nun stärker zur Stadt, zur Kultur und zu jüngeren Milieus. Und die nächste Ausgabe steht bereits fest: am 25. und 26. Juni 2026 wird Futuromundo erneut in Stuttgart stattfinden. Nach der Premiere in der Liederhalle wächst das Format nun unter anderem mit einer eigenen offenen Bühne auf dem Berliner Platz, die mehr Begegnungen, Musik und spontane Zukunftsgespräche ermöglichen soll. Auch die sogenannten Clubhouses in der Innenstadt, die 2025 erstmals Menschen und Ideen miteinander vernetzten, sollen weiterwachsen. „Es geht uns aber nicht um das quantitative Wachsen, sondern um die Optimierung dessen, was wir im ersten Jahr gelernt haben und eher um die Weiterentwicklung.“ , sagt Kai Erik-Ströbel.

Inhaltlich schärfen die Veranstalter drei der vier Konferenzen des Vorjahres. Fraunhofer IAO kuratiert erneut den Bereich Foresight und befasst sich mit resilienten, menschengerechten und technologisch intelligenten Städten. Die Future Skill Alliance verantwortet den großen Schwerpunkt rund um die Futuromundo EDU, dem Zukunftsfestival des Lernens – verstanden als lebenslange Reise von der Kita bis ins hohe Alter und getragen von der Idee, dass Kompetenzen wichtiger werden als Institutionen. Das Steinbeis Europa Zentrum wiederum bringt internationale Perspektiven aus Unternehmensinnovation und Transformation ein. Mit der Futuromundo CyberLÄND soll ein neuer Schwerpunkt für immersive Technologien wie Virtual und Augmented Reality rudn um digitale Zwillinge und edukative XR-Welten entstehen – ein Feld, das auch besonders Leonard Sommer prägt. Die CyberLÄND soll außerdem die bestehende staatliche Plattform gleichen Namens sichtbarer machen und deren digitale Community auch physisch zusammenbringen – mit Menschen, die Zukunft nicht nur gestalten, sondern auch feiern wollen.


Was Futuromundo antreibt, ist weniger ein Eventformat als eine gemeinsame Haltung: ein Ort zu sein, „wo Zukunftsgeist erlebbar wird – und Zukunftsmut ins Machen kommt.“ Die Gründer sprechen oft davon, dass THE LÄND mehr Räume brauche, in denen Menschen sich gegenseitig mit Zuversicht, Kreativität und Neugier anstecken – jenseits politischer oder institutioneller Grenzen. Genau dafür soll das Festival stehen: für einen offenen, unabhängigen Raum, in dem aus Ideen Energie wird und aus Energie Zukunftslust.

Zu dieser Haltung gehören auch Projekte wie MyMachine, das 2025 sichtbar machte, was entstehen kann, wenn Grundschüler der Galileo Schule, Studierende der Universität Stuttgart und Sekundarschüler der Max Eyth Schule gemeinsam an Zukunftsideen arbeiten – ohne Etat, aber mit viel Leidenschaft. Vier Traummaschinen wurden gebaut, 2026 soll das Projekt fortgeführt werden. Auch der Classroom Thinktank, getragen ausschließlich von Ehrenamtlichen, wächst seit 2024 weit über Stuttgart hinaus. In München wird das Projekt in diesen Tagen auf den Weg gebracht. Die Schöpfungen der Kids aus Bayern werden dann im kommenden Jahr mit den Ergebnissen aus Stuttgart zusammenkommen. Im Rahmen des Festivals. Und am Ende sollen die Zukunftsmaschinen der Kids sogar ins Deutsche Museum kommen.



Dass Futuromundo keine staatliche Veranstaltung ist, sondern eine privatwirtschaftlich getragene Initiative, prägt ihren Charakter. Das Festival lebt von persönlichem Risiko, ehrenamtlicher Arbeit und der Überzeugung, dass die Region einen Ort braucht, der Zukunft nicht nur diskutiert, sondern fühlbar macht und ins Machen kommt. „Wir wollen die Region mit Leidenschaft und Energie anzünden“, sagt Ströbel. „Und vielleicht auch der Politik etwas Mut und Zukunftsgeist schenken.“

Ende Januar steht das nächste Netzwerktreffen im kleinen Sitzungssaal des Rathauses an. Und auch dort geht es wieder um die einfache Idee: Zukunft entsteht dort, wo Menschen aus den unterscheidlichsten Disziplinen, Genrationen und Nationen zusammenkommen – und den Mut finden, gemeinsam etwas Neues zu schaffen.

Wenn Futuromundo im Juni 2026 erneut seine Türen öffnet, dann vielleicht mit dem Gefühl, das auch im Schneideratelier spürbar war: Zukunft muss nicht perfekt sitzen. Aber man muss bereit sein, sie anzuprobieren. Und mit jener Energie, die die Gründer antreibt – der Überzeugung, dass Stuttgart einen Ort braucht, wo Zukunftsgeist erlebbar wird und Zukunftsmut ins Machen kommt.


 

 
 
 

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